Remote-work definition

Remote Work aus dem Ausland und Kommunikation in internationalen Teams

Peter Delius
CEO Lingoplanet GmbH

Mit Remote Work für deutsche Unternehmen im Ausland arbeiten: Warum Ausländer in ihren Heimatländern für deutsche Firmen arbeiten und wie sie besser in die deutschen Unternehmen eingebunden werden können.

In einer immer stärker globalisierten Arbeitswelt werden Unternehmen immer kreativer, wenn es darum geht, Talente zu finden und zu binden. Eine interessante Entwicklung, die in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat, ist die Einstellung ausländischer Fachkräfte, die in ihren Heimatländern verbleiben, aber für deutsche Firmen arbeiten. Diese innovative Praxis bringt sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich, die es zu beachten gilt.

Neben rechtlichen und steuerlichen Fragen, die bei diesem Arbeitsmodell zu klären sind, besteht eine weitere Herausforderung darin, einen problemfreien Kommunikationsfluss zwischen den ausländischen Mitarbeitern und ihren deutschen Kollegen herzustellen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um die Effizienz und Produktivität der internationalen Teams zu gewährleisten.

Inhalt

  1. Vorteile von Remote Work für Firma und Mitarbeiter
  2. Herausforderungen von Remote Work für Firma und Mitarbeiter

 

Vorteile von Remote Work für Firma und Mitarbeiter

  1. Kaufkraftvorteil:

    Die Einstellung von Mitarbeitern in Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten kann für deutsche Unternehmen kostengünstig sein. Dies ermöglicht es, qualifizierte Arbeitskräfte zu einem wettbewerbsfähigen Preis einzustellen. Gleichzeitig kann die hohe Kaufkraft des Euro im Ausland ein Vorteil für die dortigen Mitarbeiter sein.

  2. Hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter:

    Deutschland wird oftmals von Zugezogenen als ungastlich und schwierig wahrgenommen. Wenn Fachkräfte bei ihren Familien und in ihrem angestammten soziokulturellen Umfeld verbleiben und dennoch für ein deutsches Unternehmen arbeiten können, wirkt sich das positiv auf ihre private Zufriedenheit und damit auf ihre berufliche Motivation aus.

  3. Niedrigschwellige Testphase:

    Weder für die Mitarbeiter noch für das Unternehmen gibt es große Hürden, die vor Arbeitsbeginn genommen werden müssen, wie etwa Arbeitsvisa, Wohnungssuche usw.  Auch die arbeitsrechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen sind in den ersten Monaten noch weniger komplex. Insofern kann eine Zusammenarbeit schneller und unaufwändiger auch testweise begonnen werden, wenn Mitarbeiter (zunächst) in ihren Heimatländern bleiben.

  4. Vielfalt und interkulturelle Perspektiven:

    Eine offensichtliche Stärke der Zusammenarbeit mit ausländischen Fachkräften in ihren Heimatländern ist die Vielfalt der Ideen und Perspektiven, die sie in das Unternehmen einbringen. Dies kann dazu beitragen, die Kreativität und Innovationsfähigkeit der Firma zu steigern.

  5. Zeitzonenabdeckung:

    Wenn ausländische Fachkräfte in ihren Heimatländern arbeiten, kann die Firma von einer erweiterten Abdeckung verschiedener Zeitzonen profitieren. Dies ermöglicht es, Kunden weltweit besser zu betreuen und rund um die Uhr zu arbeiten.

  6. Lokales Marktverständnis:

    Mitarbeiter vor Ort können ein tiefes Verständnis für lokale Märkte, Kunden und Kulturen haben. Das ist besonders hilfreich, wenn es darum geht, in neuen Ländern Fuß zu fassen und lokale Kundenbedürfnisse zu verstehen.

Für beide Seiten kann Remote Work aus dem Ausland also eine sehr attraktive Arbeitsform sein. Allerdings entsteht dabei eine Situation der Vereinzelung der betreffenden Mitarbeiter und die Distanz zum Unternehmen sowie zu den unmittelbaren Kollegen kann sich als Herausforderung oder gar als Hemmnis erweisen.

remote work ausland

International aufgestellte Unternehmen haben längst Ansätze für das engere Einbinden von Außenmitarbeitern gefunden. Sie adressieren im wesentlichen folgende

Herausforderungen von Remote Work für Firma und Mitarbeiter

  1. Kommunikationsbarrieren:

    Unterschiede in der Sprache erschweren die Kommunikation und hemmen die Produktivität. Zwei Maßnahmen sind weit verbreitet: Entweder verständigen sich alle Teammitglieder auf Englisch oder es gibt eine:n Betreuer:in für fremdsprachige Außenmitarbeiter.

    Insbesondere das letztgenannte Modell ist jedoch schwerfällig und birgt die Gefahr von Informationsverlust („Stille Post“). Eine Mischform, die schon lange bei international eingesetzten Führungskräften beliebt ist, besteht darin, Protokolle und schriftliche Kommunikation auf Englisch zu führen und gleichzeitig den fremdsprachigen Mitarbeitern mit Sprachkursen die Möglichkeit zu geben, sich zunehmend kommunikativ zu integrieren.

    Zu diesem Zweck hat Lingoplanet branchenspezifische Online-Sprachkurse entwickelt, die fremdsprachigen Mitarbeitern in kurzer Zeit die fach- und allgemeinsprachlichen Deutschkenntnisse vermitteln, die sie in ihrem Arbeitsumfeld benötigen. Damit wird der Grundstein für eine bessere Zusammenarbeit gelegt, zumal die Teamdynamik stark von der integrativen Wirkung profitiert, die sich aus dem Bemühen des ausländischen Kollegen um die deutsche Sprache ergibt.

  2. Teamdynamik:

    Die Integration von ausländischen Fachkräften in ein bestehendes Team, das sich möglicherweise an verschiedenen Standorten befindet, stellt eine Herausforderung dar. Teamarbeit und Zusammenhalt müssen aktiv gefördert werden, nicht zuletzt durch Sprachkurse und Online-Workshops.

  3. Kulturelle Unterschiede:

    Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg erfordert ein hohes Maß an kultureller Sensibilität. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter geschult sind, um kulturelle Missverständnisse zu minimieren.

  4. Rechtliche und steuerliche Komplexität:

    Die Beschäftigung von ausländischen Fachkräften in ihren Heimatländern hat rechtliche und steuerliche Implikationen im Ausland und in Deutschland. Spezialisierte Berater können hier schnell Hilfe leisten.

Insgesamt stellen ausländische Fachkräfte, die in ihren Heimatländern für deutsche Firmen arbeiten, eine sehr zeitgemäße Möglichkeit dar, den globalen Talentpool zu nutzen. Mit der richtigen Strategie und einem starken Engagement für interkulturelle Zusammenarbeit können die Vorteile dieser Praxis die Herausforderungen überwiegen und zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten führen.